• image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image

KoNaRo-Experten fordern schnelles Handeln

(Straubing) Aktuell sieht alles danach aus, dass 2015 das heißeste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen wird, und Trockenheit und Extremwetterereignisse geben einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen des Klimawandels. Schon heute ist es im Durchschnitt fast ein Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit und die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so hoch wie noch nie in den vergangenen 600.000 Jahren. Es ist also höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Diese Forderung stellen nun auch die Wissenschaftler des KoNaRo – Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing an die Verhandlungspartner bei der UN-Klimakonferenz in Paris. An einer der führenden Forschungs- und Beratungseinrichtungen zum Thema Biomasseanbau und -verwendung im deutschsprachigen Raum beschäftigen sich die mehr als 250 Mitarbeiter gleich aus mehreren Gründen mit dem Klimawandel.

Zum einen kann die Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen natürlich ein Teil der Lösung sein und zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen. „Biomasse hat hier den einzigartigen Vorteil, dass sie bereits gespeicherte, bedarfsgerecht abrufbare Sonnenenergie ist und extrem vielfältig genutzt werden kann“, erklärt KoNaRo-Sprecher Dr. Bernhard Widmann. „Man kann mit ihr Strom und Wärme erzeugen, sie als Kraftstoff einsetzen oder Produkte wie Möbel oder Biokunststoffe daraus herstellen.“ Am KoNaRo beschäftigt man sich sowohl mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten als auch, mit dem effizienten Umgang mit den Ressourcen. Auf der anderen Seite sind die Energie- und Rohstoffpflanzen selbst aber auch direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Auch in Bayern werden sich die Umweltbedingungen künftig entscheidend verändern. Darum gilt es schon heute, sich an diese Veränderungen anzupassen. Am KoNaRo sucht man aus diesem Grund nach neuen Pflanzen, die man künftig bei uns anbauen kann.

In anderen Teilen der Welt werden die Veränderungen für die Landwirtschaft wohl noch viel dramatischer ausfallen. Dürren und Hungerkatastrophen könnten die Folgen sein. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) geht davon aus, dass bis 2050 etwa 200 Millionen Menschen auf der Flucht sein werden, weil sie aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels in ihren Ländern nicht mehr leben können. Dabei spielt auch der steigende Meeresspiegel eine entscheidende Rolle, der große Teile der Küstenregionen künftig unbewohnbar machen könnte. Die Lage ist also dramatisch und es ist höchste Zeit, etwas zu tun. „Wir brauchen jetzt unbedingt eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen, um das Zwei-Grad-Ziel noch einhalten zu können“, so der stellvertretende KoNaRo-Sprecher Edmund Langer. „Das ist unsere einzige Chance, um die Folgen der globalen Erwärmung zumindest abzumildern.“ Und Prof. Dr. Klaus Menrad, Direktor des Wissenschaftszentrums, ergänzt: „Das Problem ist nämlich: Irgendwann ist es zu spät und es gibt kein Zurück mehr. Weder die Zeit, noch der Klimawandel lassen sich einfach so zurückdrehen und die Folgekosten, wenn wir nichts tun, sind ungleich höher als die präventive Investition in eine nachhaltige Zukunft.“

Doch die Aufforderung der drei KoNaRo-Säulenleiter richtet sich nicht nur an die Politik und an die Verhandlungen in Paris. „Jeder einzelne von uns kann jeden Tag einen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, erläutert Dr. Bernhard Widmann. „Und wir müssen jetzt aktiv werden, wenn wir morgen noch eine lebenswerte Zukunft haben wollen.“